Saarländisch | Bärlauch-Geheirade mit Karmaell-Möhren & ‚Krachelscha‘


Hallo!_400



Als echter Saarländer liebe ich natürlich meine Heimat-Küche. Regionalität und Frische sind mit beim Kochen ohnehin extrem wichtig – was gibt es also Schöneres, als typisch saarländisch zu kochen und dazu noch Lebensmittel zu verwenden, die vom Bauernhof um die Ecke, oder gar aus dem eigenen Garten kommen! Die saarländische Küche besteht aber längst nicht nur aus sehr gehaltvollen ‚Oma-Gerichten‘, durch französische und italienische Einflüsse, die die Gastarbeiter nach dem Zweiten Weltkrieg, welche dann vor allem im Kohlebergbau gearbeitet haben, ist die saarländische Küche unglaublich vielfältig bunt und vor allem: lecker!

Neben dem Saar-Klassiker ‚Dibbelabbes‘, einem saarländischen Kartoffelkuchen, sind ‚Geheirade‘ für mich absoluter Wohlfühl-Schmaus. Seit Kindertagen könnte ich meine Großmutter Lilly jedes mal vor Freude fast zu Tode umarmen, wenn sie mir mein Lieblingsessen zubereitet.

‚Geheirade‘ oder auch ‚Verheirade‘ oder ‚Mehlknepp‘ ist ein saarländisches Gericht, bei dem gekochte, in Würfel oder Spalten geschnittene Kartoffeln mit Klößen (aus einem Teig bestehend aus Mehl, Eiern, Milch/Wasser oder Quark, Salz, Pfeffer und Muskat) miteinander verheiratet werden. Zu dieser Hochzeit essen wir Saarländer gerne eine Specksoße, deren Basis eine klassische Mehl-Schwitze ist.





Wie Ihr seht, ein sehr gehaltvolles Gericht, welches sehr viel Tradition mit sich bringt. Und jede saarländische Familie hat ihr eigenes – natürlich weltallerbestes – Rezept.

So auch wir. Da die Geheirade – wie schon gesagt – zu meinen Leibgerichten gehört, ist es an der Zeit, Euch unser streng gehütetes Rezept zu verraten. Allerdings mit einem kleinen Twist: der klassischen Variante füge ich etwas frisch geernteten Bärlauch aus dem eigenen Garten hinzu, und der Specksoße klaue ich auch ein paar Kalorien. So bekommen wir ein klasse Frühlings-Gericht, das in der Vor-Oster-Zeit bestimmt auch Eure Liebsten glücklich machen wird!


Saarländisch | Bärlauch-Geheirade mit Karmaell-Möhren & ‚Krachelscha‘





für 2-3 gute Esser


Zutaten |

275g Mehl (Typ 405) | 250g Speisequark (40% Fett) | 200ml Sahne | 125g Butter | 4 Bio-Eier (Größe M) | 100g frischer Bärlauch | 3 mittelgroße, festkochende Kartoffeln | 200g Möhren| 2 Scheiben Weißbrot (oder Toast) | 1 EL Zucker | Salz, Pfeffer aus der Mühle


  • In einer Schüssel 250g Mehl, Quark und Eier mit Hilfe eines Holzlöffels miteinander vermengen.
  • Bärlauch waschen, die Stiele abzupfen und die Blätter für ca. 1 Minute in sprudelndem Wasser blanchieren. Blätter in einem Standmixer zusammen mit 2 EL des Teiges zu einer feinen Paste zerkleinern. Zu dem restlichen Teig geben und untermengen.
  • Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen (der Teig sollte leicht überwürzt schmecken, da die Geheirade während des Kochens noch an Würze verlieren!).
  • In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1cm dicke Stifte schneiden. Ins kochende Wasser geben. Nach ca. 10 Minuten Kochzeit den Geheira­de-Teig esslöffelweise in das sprudelnde Wasser geben.
  • Wenn die Geheirade an die Oberfläche steigen, die Hitze reduzieren und die Knödel im nur noch leicht simmernden Wasser in etwa 10 Minuten zu Ende garen.
  • In der Zwischenzeit die Möhren schälen und in Scheiben schneiden. 25g Butter in einer Pfanne aufschäumen. Möhren dazu geben und Hitze reduzieren. Karotten für 5 Minuten in der Butter anschwitzen. Zucker darüber streuen und karamellisieren lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warmhalten.
  • Für die ‚Krachelscha‘ das Weißbrot in Würfel schneiden. 75g Butter in einer Pfanne schmelzen und die Weiß­brotwürfel darin bei mittlerer Temperatur goldbraun knusprig ausbraten. Beiseite stellen.
  • Die restliche Butter schmelzen und 25g Mehl darüber streuen. Wenn das Mehl leicht angebräunt ist, mit der Butter verrühren und mit einer großen Suppenkelle des Geheirade-Koch-Wassers ablöschen. Sahne angießen und mit Salz & Pfeffer würzen. Einmal aufkochen lassen.
  • Kartoffeln und Geheirade mit Hilfe einer Schaumkelle auf 2 Teller verteilen. Die Sauce über die Geheirade geben, und die Karotten auf die Teller verteilen. Kurz vorm Servieren die Krachelscha über die Geheirade streuen.



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+++ GEWINNSPIEL +++


Ich bin stolz wie bolle, dass mein Rezept für die Bärlauch-Geheirade plus kleinem Bericht über meine Wenigkeit in der aktuellen Ausgabe der EINFACH HAUSGEMACHT erschienen ist. Anfang Februar haben wir zusammen gekocht, diese tollen Fotos gemacht und anschließend zusammen typisch saarländisch zu Mittag gegessen. Ein wirklich schöner kreativer Tag!




Und weil das alles so schön war, gibts jetzt auch noch was für Euch zu gewinnen! Ich verlose 3 JAHRES-ABONNEMENTS der EINFACH HAUSGEMACHT! Das ist genau Euer Ding? Dann verrate ich Euch, was Ihr tun müsst, um in den Lostopf zu kommen:

Ich glaube, fast jeder von uns liebt seine Heimat. Ob diese ‚Heimat‘ nun innerhalb Deutschlands, Europas oder irgendwo sonst auf der Welt liegt, ist dabei völlig unwichtig! Wie Ihr oben schon lesen konntet, verbinde ich mit meinem Zuhause, dem Saarland, auch typische Gerichte. Verratet mir unten in den Kommentaren Euer Lieblingsgericht aus Eurer Heimat und nehmt so an der Verlosung teil!

Teilnahmeschluss ist Freitag, 01.04.2016, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die Teilnahme ist leider auf Deutschland begrenzt.




Live Food. Food Live.

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Eckel's KücheSaarländisch | Bärlauch-Geheirade mit Karmaell-Möhren & ‚Krachelscha‘

Comments 13

  1. Julia

    Ich wohne im wunderschönen Lipper Land und mein allerliebstes Rezept ist der ,,Lippische Pickert“, davon habe ich auch ein Rezept auf meinem Blog.

    Mit herzlichen Grüßen

    Julia Gröger

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  2. Simone

    Ich komme aus dem schönen Hunsrück und mein Leibgericht ist neben dem ‚original Uwwerstäner schwenkbrode‘ die gefüllten Klöße mit Specksoße von meiner Oma…. ❤

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  3. Anette Wagner

    Ach herrje, mein Lieblingsgericht aus meiner Heimat.
    1. Heimat – Pfalz: Grumbeerpannekuche mit Abbelbrei (Kartoffelpuffer mit Apfelmus)
    2. Heimat – Saarland: Geheiraade 😉

    Mach weiter so!

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      Eckel's Küche

      Liebe Anette!

      Grumbeer Pannekuche mit Schnibbelsches Bohnesupp hab ich immer bei meiner Oma gegessen… mit Abbelmus natürlich. Weltklasse!

      Grüße – F

  4. Isabel :)

    Bei mir in der Region – der Toscana Deutschlands oder auch der wunderschönen Pfalz – gibt es ab April immer die weltbesten weißen Spargel. Die stehen dann natürlich ständig auf der Speisekarte, mit Kartoffeln, Sauce Hollandaise und Schinken-Crepes, als Salat oder angebraten mit Garnelen… Ich könnte endlos weiter machen 🙂

    Viele Grüße
    Isabel

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  5. Trin

    Halli Hallo,
    mein Lieblings-Saarlandessen heißt „quer durch de Garte“, einfach weil darin alle selbsterzeugten Gemüsesorten zusammen mit leckeren Kräutern kombiniert werden, man es immer wieder neu erfinden kann und saarländisch sogar richtig gesund sein kann.
    Frohe Ostern

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